Ein Heizungsthermostat lässt sich in wenigen Minuten selbst wechseln, ohne Wasser abzulassen und ohne die Heizungsanlage zu öffnen. Du tauschst dabei nur den Thermostatkopf, das Ventil im Heizkörper bleibt unberührt.
Wenn du ohnehin wechselst, lohnt sich der Blick auf ein smartes Thermostat. Es regelt jeden Raum nach Zeitplan und lässt sich per App steuern. In dieser Anleitung erfährst du, was du vor dem Wechsel prüfen solltest, wie die Montage Schritt für Schritt funktioniert und wann ein smartes Heizkörperthermostat sinnvoll ist.
Wann solltest du dein Heizungsthermostat wechseln?
Ein Wechsel lohnt sich, wenn dein Thermostat die Temperatur nicht mehr zuverlässig hält oder du die Heizung bequemer steuern möchtest. Typische Anlässe sind:
- Der Heizkörper wird nicht mehr richtig warm oder nicht mehr kalt: Oft klemmt der Fühler im alten Thermostatkopf, besonders bei Modellen, die schon viele Jahre im Einsatz sind.
- Die Räume sind zu warm oder zu kalt: Ein mechanischer Kopf regelt nur grob über Stufen. Eine exakte Wunschtemperatur in Grad kannst du damit nicht einstellen.
- Du willst nach Zeitplan heizen: Mit einem klassischen Thermostat musst du morgens, abends und beim Verlassen der Wohnung selbst nachregeln. Ein programmierbares Thermostat übernimmt das automatisch.
- Du willst Heizkosten senken: Wer nur heizt, wenn jemand zu Hause ist, verbraucht weniger Energie. Genau dabei helfen Zeitpläne und Abwesenheitserkennung.
Sind nur einzelne Räume betroffen, kannst du schrittweise vorgehen und erst die Heizkörper im Wohn- oder Arbeitszimmer umrüsten.
Vor dem Wechsel: Das solltest du prüfen
Bevor du ein neues Thermostat kaufst, prüfst du am besten zwei Dinge: ob es auf dein Heizkörperventil passt und was du für die smarte Steuerung brauchst.
Passt das neue Thermostat auf dein Ventil?
Die meisten Heizkörperventile in Deutschland haben einen Anschluss mit dem Gewinde M30 × 1,5. Darauf passen die meisten neuen Thermostate direkt. Für andere Ventilformen liegen bei vielen Modellen Adapter bei. So findest du heraus, welches Ventil du hast:
Schau dir den Ring zwischen Thermostatkopf und Heizkörper an. Häufig steht dort der Herstellername. Ist kein Name zu erkennen, mach ein Foto vom Ventil, nachdem du den alten Kopf abgenommen hast. Damit kann dir der Hersteller oder unser Kundenservice sagen, ob das Thermostat passt.
Was du für die Steuerung per App brauchst
Neben dem Thermostat selbst brauchst du in der Regel:
- eine Zentrale (Bridge), die die Thermostate mit deinem Heimnetz verbindet; sie wird einmal pro Haushalt benötigt
- ein stabiles WLAN und einen freien Platz an der Steckdose für die Bridge
- ein Smartphone mit der App des Herstellers für die Einrichtung
Werkzeug brauchst du meist nicht. Nur wenn der alte Thermostatkopf sehr fest sitzt, kann eine Rohrzange oder ein Maulschlüssel helfen.
Heizkörperthermostat wechseln: Anleitung in 5 Schritten
Der Wechsel dauert pro Heizkörper meist nur wenige Minuten. Wasser musst du dafür nicht ablassen, denn das Ventil bleibt geschlossen im Heizkreislauf.
- Heizkörper ausschalten und abkühlen lassen: Dreh das alte Thermostat zu und warte, bis der Heizkörper kalt ist. So arbeitest du sicher und das neue Gerät wird nicht beschädigt.
- Alten Thermostatkopf auf die höchste Stufe drehen: Stell das alte Thermostat auf Stufe 5. Dann drückt es kaum noch auf den Ventilstift und lässt sich leichter abnehmen.
- Alten Thermostatkopf abnehmen: Löse die Überwurfmutter gegen den Uhrzeigersinn. Bei manchen Modellen ist der Kopf stattdessen geklemmt oder mit einem Ring befestigt, den du lösen musst. Darunter kommt das Ventil mit dem Ventilstift zum Vorschein.
- Adapter aufsetzen, falls nötig: Passt das neue Thermostat nicht direkt auf das Gewinde, setzt du zuerst den passenden Adapter auf das Ventil.
- Neues Thermostat montieren und einrichten: Schraub das neue Thermostat handfest auf. Bei Thermostaten mit App-Steuerung führt dich danach die Anwendung durch die Einrichtung und die Verbindung mit der Bridge.
Im Video siehst du Schritt für Schritt, wie du ein Heizkörperthermostat wechselst:
tado° Heizkörperthermostate ansehen
Tipp: Bewahre den alten Thermostatkopf auf. Wenn du zur Miete wohnst, kannst du ihn beim Auszug wieder montieren.
Klassisch oder smart: Sind smarte Heizkörperthermostate sinnvoll?
Smarte Heizkörperthermostate sind vor allem dann sinnvoll, wenn deine Räume zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden. Ein klassisches Thermostat hält eine eingestellte Stufe, egal ob jemand im Raum ist. Ein smartes Thermostat heizt nach Zeitplan, erkennt geöffnete Fenster und senkt die Temperatur, wenn niemand zu Hause ist.
Vorteile smarter Thermostate
- Weniger Energieverbrauch: Räume werden nur dann geheizt, wenn du sie nutzt. Wie viel du dadurch sparst, hängt von deinem Gebäude, deinem Heizverhalten und deinen Energiepreisen ab.
- Genaue Temperatur: Du stellst die Wunschtemperatur in Grad ein statt über Stufen.
- Steuerung von unterwegs und per Automatik: Per App drehst du die Heizung schon auf dem Heimweg auf oder legst automatische Heizprogramme fest.
- Mehr Überblick: Integrierte Sensoren messen die Raumtemperatur und bei vielen Modellen auch die Luftfeuchtigkeit. Die App zeigt dir diese Werte und dein Heizverhalten pro Raum. Mit Zubehör wie externen Temperatursensoren kannst du das System erweitern.
Nachteile smarter Thermostate
- Höhere Anschaffungskosten: Ein smartes Thermostat kostet mehr als ein klassischer Kopf. Dazu kommt einmalig die Bridge.
- Strom für den Betrieb: Die Thermostate brauchen Batterien oder einen Akku, der regelmäßig geladen werden muss.
- Abhängigkeit von Netz und App: Ohne Internet laufen die Automatikfunktionen nicht. Am Gerät selbst kannst du die Temperatur aber weiterhin einstellen.
- Einrichtungsaufwand: Zeitpläne und Räume musst du einmal in der App anlegen.
- Nicht für jede Heizung geeignet: Heizkörperthermostate brauchen ein Ventil an einem wasserführenden Heizkörper. Für Fußbodenheizungen und elektrische Heizkörper sind sie nicht gedacht.
Für Räume, die kaum geheizt werden, etwa ein Gästezimmer oder eine Abstellkammer, reicht ein klassisches Thermostat oft aus. In Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmern lohnt sich dagegen die Steuerung per App.
Smarte Heizkörperthermostate von tado° nachrüsten
Mit dem tado° X System rüstest du deine Heizkörper ohne Installateur auf smarte Steuerung um. Bei Solarhandel24 findest du das komplette System aus Thermostaten, Bridge und Sensoren in der tado° Markenwelt.
Das tado° X Heizkörper-Thermostat passt auf Ventile mit M30 × 1,5 und bringt sechs Adapter für weitere gängige Ventilformen mit. Es arbeitet mit einem Akku, den du per USB-C lädst. Eine Ladung reicht laut Hersteller für eine Heizsaison. Über Drehrad und Touch-Display stellst du die Temperatur auch direkt am Gerät ein. Neben der Temperatur misst das Thermostat auch die Luftfeuchtigkeit im Raum.
So stellst du dein System zusammen:
- Einstieg: Ein Starter Kit enthält die Bridge X und ein oder mehrere Thermostate, je nachdem, wie viele Räume du ausstatten möchtest.
- Erweitern: Hast du schon eine Bridge X, ergänzt du weitere Räume mit einzelnen Thermostaten oder Erweiterungs-Sets.
- Genauer messen: Steht der Heizkörper hinter einem Vorhang oder in einer Nische, misst ein Funk-Temperatursensor die Temperatur dort, wo du sitzt.
Die Bridge X verbindet die Geräte über die Smart-Home-Standards Matter und Thread. Das System lässt sich in Apple Home, Google Home, Amazon Alexa und SmartThings einbinden. In der tado° App legst du Zeitpläne fest, nutzt die Abwesenheitserkennung per Standort und lässt dich bei offenem Fenster benachrichtigen.
Wichtig: tado° X ist nicht mit älteren tado° Geräten wie V3+ kombinierbar. Alle smarten Heizkörperthermostate von tado° findest du in unserer Kategorie.
Raumthermostat an Therme oder Wärmepumpe wechseln
Neben den Heizkörperthermostaten gibt es in vielen Wohnungen ein Raumthermostat an der Wand, das die Therme oder die Wärmepumpe steuert. Auch dieses lässt sich durch ein smartes Modell ersetzen. Das verkabelte Smarte Thermostat X von tado° ist für die meisten kabelgebundenen Heizsysteme ausgelegt und wird über Relais oder OpenTherm angebunden.
Anders als am Heizkörper arbeitest du hier an der Elektrik deiner Heizungsanlage. Je nach System liegt am alten Raumthermostat Netzspannung an. Lass den Anschluss deshalb im Zweifel von einer Elektrofachkraft oder deinem Heizungsbetrieb erledigen.
Wann ein Fachbetrieb übernehmen sollte
Den Thermostatkopf kannst du selbst wechseln. In einigen Fällen ist aber ein Heizungsbetrieb die bessere Wahl:
- Das Ventil ist defekt: Tritt Wasser aus oder bewegt sich der Ventilstift nicht mehr, muss das Ventilunterteil getauscht werden. Dafür wird der Heizkreislauf geöffnet.
- Du hast eine Fußbodenheizung: Heizkörperthermostate sind dafür nicht gedacht. Fußbodenheizungen werden über eigene Regler im Heizkreisverteiler gesteuert.
- Einzelne Räume werden trotz neuem Thermostat nicht warm: Dann liegt die Ursache oft in der Verteilung des Heizwassers. Ein Heizungsbetrieb kann prüfen, ob ein hydraulischer Abgleich sinnvoll ist.
Bei Fragen zur Auswahl des passenden Thermostats hilft dir auch unser Team von Solarhandel24 gern weiter.